Berichte aus unseren
Kompetenzbereichen

Palettenoptimierung | Bis zu 60% Kosteneinsparungen

Unser Kunde ist mit einer rund hundertjährigen Tradition und mit europaweiten Standorten in seinem Segment Weltmarktführer. Aufgrund eines immer schwierigeren Marktumfeldes hat unser Kunde in einem seiner Produktsegmente umfassende Restrukturierungs- und Optimierungsmaßnahmen in 2019 gestartet. Diese Maßnahmen umfassen auch den Einkauf und Einsatz der Packmittel.

Bei diesem Produktsegment handelt es sich um relativ große Produkte, die zur Weiterverarbeitung auf Paletten inklusive zusätzlicher Packmittel versendet werden. Aufgrund der vielfältigen Materialien und historisch gewachsener Prozesse verspricht man sich erhebliche Kosten- und Prozessverbesserungen.

Beispiel Standortanalyse
Beispiel Standortanalyse

Vorgehen bei der Verpackungsanalyse

Anfang 2020 starteten wir mit den Standortanalysen in Deutschland und einem weiteren europäischen Land, insgesamt an 4 Standorten. Die Standortanalysen erfolgten direkt vor Ort und umfassten Interviews mit den jeweiligen verantwortlichen Mitarbeitern und der Besichtigung der Prozesse und Packbereiche. Aufgrund der Situation durch Corona musste eine der Standortanalysen per Interviews anhand von Webkonferenzen erfolgen.

Die Verpackungsanalyse zeigte ein sehr inhomogenes Bild hinsichtlich der Standards und Vorgehensweisen innerhalb eines Standortes und insbesondere im Vergleich der Standorte untereinander.

Das Verpackungsportfolio besteht größtenteils aus Einweg- und Mehrwegpaletten in Holz und Stahl, Holzboxen und einer Vielzahl von Palettenauflagen /-abdeckungen in Holz, Kunststoff, Wellpappe, Karton, Hohlkammerplatten und weiteren Spezialitäten. Insgesamt zeigte sich eine sehr hohe Komplexität hinsichtlich der Anzahl an unterschiedlichsten Paletten(-größen) und der Vielzahl an verwendeten Packmittel und deren Verwendungskombinationen.

Durch die Auswertung der Analysedaten konnten insbesondere durch den Vergleich der Standorte untereinander schon aussichtsreiche Potential identifiziert werden.

Vorgehen bei der Verpackungskonzeption

In der Konzeptionsphase konzentrierten wir uns auf die Einwegpaletten in Holz und den entsprechenden Packmittel. Hier lagen auf Basis der Analysephase die größten Potentiale.

Palettenoptimierung

Am Anfang erfolgte eine Detailanalyse der verwendeten Einwegpaletten hinsichtlich Konstruktion, Holzbedarf, Größen und Auflastungen über alle involvierten Standorte. Unser Ziel war es die produktionstechnisch einfachste Konstruktion, mit dem geringsten Holzbedarf und der größten Auflastung zu identifizieren.

Parallel dazu konnten wir die Palettenvielfalt durch die Festlegung von Größen- und Auflastungscluster reduzieren. Wobei wir die logistischen und kostentechnischen Vor- und Nachteile in Einklang gebracht haben.

Beispiel Palettenvielfalt
Beispiel Palettenvielfalt

Speziell bei der Empfehlung „neuer“ Palettenstandards war der standortübergreifende Vergleich sehr wertvoll, da wir bei der Übernahme eines bestehenden Standards, auf die im Versand erprobten Auflastungen und Bedingungen zurückgreifen konnten. Das sparte dem Kunden und uns viel Aufwand und garantiert die Einhaltung der Sicherheitsfaktoren bei der Lagerung und Transport der Produkte.

Ergebnisse

Gleichzeitig reduziert sich dadurch auch die Durchführung von Packtest und Transportsimulationen erheblich. Das kann allerdings nur gelingen, wenn eine regelmäßige, standortübergreifende Zusammenarbeit der entsprechenden Experten während der Implementierung garantiert ist.

Ein zusätzlicher Vorteil der Detailanalyse war die erzielte Preistransparenz innerhalb der Paletten. Durch die Analyse der einzelnen Holzkomponenten konnten wir einen sogenannten Cost Break Down durchführen. Das bedeutet der Kubikmeterpreis unter Berücksichtigung des Produktionsaufwandes kann jetzt und auch zukünftig für jede einzelne Palette berechnet werden. Dadurch wurden teilweise erheblich abweichende Kubikmeterpreise ersichtlich.

Packmitteloptimierung

Unser Fokus bei der Gruppe der Packmittel war es die vielfältigen Verwendungskombinationen transparent zu machen und zusätzlich „Exoten“, also Spezialmaterialien einzelner Lieferanten, meist durch Patenten geschützt und dadurch teilweise bis zu zehnmal teurer als Standardmaterialien, zu eliminieren.

Packmittelvielfalt
Beispiel Packmittelvielfalt

Dafür analysierten wir mit Hilfe des ERP-System des Kunden, die Verbräuche Packmittel je Kundenauftrag. Auf Basis dieser Daten erstellten wir eine Verbrauchsmatrix, durch die wir die einzelnen Kombinationen und Jahresverbräuche exakt darstellen konnten. Die Ableitung zukünftiger Standards in Abstimmung mit den jeweiligen Experten der Standorte war danach eine relativ einfache Aufgabe.

ERGEBNISSE

Das Ergebnis ist ein stark reduziertes Packmittelsortiment mit wenigen Standards und gleichzeitiger Eliminierung der „Exoten“ und der Vermeidung von „Materialverschwendungen“ insgesamt.

Projektergebnisse

Im Rahmen der Palettenoptimierung zeigten sich teilweise bis zu 60% Preisdifferenzen, was summiert einen 7-stelliger Eurobetrag ergab. Die Zusammenfassung von Größen und Varianten ergeben im Besten Fall eine Vielfaltsreduzierung um mehr als 60%.

Im Bereich der Packmittel zeigt der Austausch der „Exoten“ durch geeignete Standardmaterialien eine Kosteneinsparung eines hohen 6-stelligen Eurobetrags.

Zusätzlichen werden die neuen Standards die Prozesskosten stark positiv beeinflussen und zukünftige Ausschreibungen des Einkaufs gestalten sich wesentlich einfacher und transparenter.