
Ausgangssituation
Ein Hersteller von Präzisions- und Industrieprodukten verfügte über ein über viele Jahre gewachsenes Verpackungssystem. Neue Produkte, Kundenanforderungen und Einzelentscheidungen führten dazu, dass sich die Anzahl unterschiedlicher Verpackungslösungen kontinuierlich erhöhte.
Wie in vielen Industrieunternehmen standen dabei nicht einzelne Verpackungen im Fokus, sondern die Sicherstellung der Produktqualität und Lieferfähigkeit. Die Folge waren zahlreiche individuelle Holzkisten-, Paletten- und Hilfsmittellösungen, die zwar funktionierten, jedoch kaum hinterfragt wurden.
Die eigentlichen Auswirkungen dieser Entwicklung blieben lange Zeit verborgen. Hohe Variantenvielfalt führt nicht nur zu höheren Materialkosten, sondern erzeugt zusätzlichen Aufwand in Einkauf, Stammdatenpflege, Arbeitsvorbereitung, Lagerhaltung und Logistik.
Warum wurde die Analyse durchgeführt?
Ziel der Verpackungsanalyse war es, Transparenz über die bestehende Verpackungslandschaft zu schaffen und Potentiale zur Standardisierung zu identifizieren.
Im Mittelpunkt standen folgende Fragestellungen:
- Wo bestehen Potentiale für Standardisierung und Vereinfachung?
- Wie viele unterschiedliche Verpackungsvarianten werden tatsächlich benötigt?
- Welche Standards fehlen?
- Welche Verpackungen erfüllen identische Funktionen?
- Welche Auswirkungen hat die Variantenvielfalt auf Kosten und Prozesse?
Vorgehen
Im Rahmen der Analyse wurden Verpackungsstammdaten, Konstruktionen, Beschaffungsdaten und Prozesse untersucht.
Dabei wurden unter anderem betrachtet:
- Holzkisten
- Paletten
- Kantholzvarianten
- Beschaffungsstrukturen
- Stammdaten
- Verpackungsprozesse
Zusätzlich wurden Interviews mit relevanten Fachbereichen durchgeführt und bestehende Verpackungslösungen miteinander verglichen.
Ziel war nicht die Optimierung einzelner Verpackungen, sondern die Bewertung des gesamten Verpackungssystems.
Ergebnisse
Die Analyse zeigte eine hohe Komplexität innerhalb der Verpackungslandschaft.
Identifiziert wurden:
- 107 Holzkistenvarianten
- 59 Palettenvarianten
- 31 unterschiedliche Kantholztypen
Dabei zeigten sich zahlreiche Überschneidungen bei Konstruktionen, Abmessungen und Einsatzbereichen.
Viele Verpackungslösungen waren historisch gewachsen und wurden über Jahre fortgeführt, obwohl vergleichbare Anwendungen bereits existierten.
Die größten Potentiale lagen in:
- Standardisierung von Holzkisten
- Optimierung der Konstruktionen von Paletten und Holzkisten
- Reduzierung der Palettenvielfalt
- Steigerung der Materialeffizienz
- Optimierung von Beschaffungsstrukturen
- Verbesserung der Stammdatenqualität
In Summe konnten Potenziale von über 360.000 € identifiziert werden.
Erkenntnisse für Entscheider
Die Analyse zeigte deutlich, dass die größten Einsparpotentiale nicht durch Preisverhandlungen entstehen.
Deutlich größere Effekte entstehen häufig durch die Reduzierung von Komplexität.
Jede zusätzliche Verpackungsvariante verursacht Aufwand in Einkauf, Stammdatenpflege, Lagerhaltung, Produktionsplanung und Logistik.
Unternehmen mit historisch gewachsenen Verpackungssystemen verfügen häufig über erhebliche Potentiale, ohne dass dafür die Produktsicherheit oder Lieferfähigkeit beeinträchtigt werden muss.
Fazit
Die Verpackungsanalyse machte sichtbar, welche Kosten und Aufwände durch gewachsene Strukturen entstehen können.
Durch Standardisierung, Variantenreduzierung und transparente Verpackungsstandards konnten Potentiale von über 360.000 € identifiziert werden.
Die Analyse bildete damit die Grundlage für weitere Optimierungsmaßnahmen und eine langfristig effizientere Verpackungsstrategie.
JETZT UNVERBINDLICH BERATEN LASSEN
Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine Nachricht.

Ihr Ansprechpartner
Michael Bodemer
Tel +49 (0) 5571 94 99 098