
Ausgangssituation
Ein Hersteller aus der Bau-, Sanitär-, Beschläge- und Gebäudetechnik verfügte über ein umfangreiches Produktsortiment mit einer über Jahre gewachsenen Verpackungslandschaft.
Wie in vielen mittelständischen Industrieunternehmen wurden Verpackungslösungen über einen langen Zeitraum an neue Produkte, Kundenanforderungen und organisatorische Veränderungen angepasst.
Dadurch entstand eine hohe Anzahl unterschiedlicher Verpackungslösungen, Materialqualitäten und Beschaffungswege.
Die Verpackungen erfüllten ihre Schutzfunktion zuverlässig, gleichzeitig nahm jedoch die Komplexität des Gesamtsystems kontinuierlich zu.
Warum wurde die Analyse durchgeführt?
Ziel war die Schaffung von Transparenz über Verpackungskosten, Variantenvielfalt und Standardisierungspotentiale.
Insbesondere sollten folgende Fragen beantwortet werden:
- Wie hoch ist die tatsächliche Verpackungsvielfalt?
- Welche Verpackungsarten sind die größten Kostentreiber?
- Welche Verpackungen erfüllen identische Funktionen?
- Welche Potentiale ergeben sich durch Vereinfachung und Standardisierung?
- Welche Auswirkungen haben die bestehenden Strukturen auf Einkauf, Produktion und Logistik?
Vorgehen
Im Rahmen der Verpackungsanalyse wurden Verpackungsstammdaten, Materialeinsätze, Konstruktionen und Beschaffungsstrukturen untersucht.
Schwerpunkte der Analyse waren:
- Kartonagen
- Folien und Folienbeutel
- Schaum- und EPS-Lösungen
- Lieferantenstrukturen
- Verpackungsprozesse
- Stammdatenqualität
Zusätzlich wurden die relevanten Fachbereiche in die Analyse eingebunden, um technische, logistische und wirtschaftliche Anforderungen gemeinsam zu bewerten.
Ergebnisse
Die Analyse zeigte eine hohe Verpackungsvielfalt mit zahlreichen Überschneidungen.
Identifiziert wurden unter anderem:
- 134 Kartonvarianten
- zahlreiche unterschiedliche Abmessungen
- unterschiedliche Materialqualitäten
- mehrere vergleichbare Verpackungslösungen für ähnliche Anwendungen
Darüber hinaus wurden Potentiale in folgenden Bereichen sichtbar:
- Standardisierung von Kartonagen
- Materialeffizienz
- Schaum- und EPS-Optimierung
- Beschaffung
- Verpackungsprozesse
- Lager- und Logistikstrukturen
Insgesamt konnten Potenziale von über 320.000 € identifiziert werden.
Erkenntnisse für Entscheider
Viele Unternehmen konzentrieren sich bei Verpackungen auf Materialpreise.
Die Analyse zeigte jedoch, dass die größten Potentiale häufig an anderer Stelle entstehen.
Verpackungsvielfalt verursacht zusätzlichen Aufwand in Einkauf, Stammdatenpflege, Lagerhaltung, Produktionsplanung
und Logistik.
Mit jeder zusätzlichen Verpackungsvariante steigt die Komplexität des Systems.
Standardisierung reduziert nicht nur Kosten, sondern verbessert gleichzeitig Transparenz, Steuerbarkeit und Effizienz.
Fazit
Die Verpackungsanalyse machte deutlich, dass sich hinter einer funktionierenden Verpackungslandschaft erhebliche Optimierungspotentiale verbergen können.
Durch die Reduzierung von Verpackungsvielfalt, die Einführung von Standards und die Optimierung bestehender Strukturen konnten Potentiale von über 320.000 € identifiziert werden.
Die Analyse bildete damit die Grundlage für eine nachhaltige Vereinfachung des Verpackungssystems und eine langfristige Senkung der Verpackungskosten.
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Michael Bodemer
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