
Ausgangssituation
Ein international tätiger Hersteller von Sensorik- und Automatisierungslösungen verfügte über ein historisch gewachsenes Verpackungssortiment mit einer hohen Anzahl unterschiedlicher Faltkartons, Polsterlösungen, Beutel und Verpackungseinheiten.
Die Analyse zeigte insbesondere eine hohe Variantenvielfalt, fehlende Standards sowie Optimierungspotentiale hinsichtlich Materialeinsatz, Verpackungskonstruktionen und Beschaffungsstrukturen. Gleichzeitig rückten Nachhaltigkeit, CO₂-Reduzierung und Materialeffizienz zunehmend in den Fokus.
Warum wurde die Analyse durchgeführt?
Ziel war die ganzheitliche Überprüfung des Verpackungssortiments sowie der verpackungsrelevanten Prozesse.
Untersucht wurden:
- Verpackungsvielfalt
- Verpackungskosten
- Materialeffizienz
- Verpackungsmanagement
- Lieferantenstrukturen
- Nachhaltigkeit und CO₂-Auswirkungen
Darüber hinaus sollten konkrete Handlungsfelder und priorisierte Optimierungsmaßnahmen für eine anschließende Konzeptphase entwickelt werden.
Vorgehen
Im Rahmen der Verpackungsanalyse wurden Verpackungsstammdaten, Einkaufsdaten, Verpackungskonstruktionen und Prozesse ausgewertet.
Schwerpunkte der Untersuchung waren:
- Faltkartons
- Polster und Einlagen
- Folienbeutel
- Verpackungseinheiten
- Einkauf und Lieferanten
- Verpackungsmanagement
Zusätzlich wurden Kundenanforderungen, Markttrends sowie Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt.
Ergebnisse
Die Analyse machte deutlich, dass die größten Potentiale nicht bei einzelnen Verpackungen, sondern in der Vereinfachung des gesamten Verpackungssystems lagen.
Identifiziert wurden:
- 107 Holzkistenvarianten
- 59 Palettenvarianten
- 31 unterschiedliche Kantholztypen
Dabei zeigten sich zahlreiche Überschneidungen bei Konstruktionen, Abmessungen und Einsatzbereichen.
Viele Verpackungslösungen waren historisch gewachsen und wurden über Jahre fortgeführt, obwohl vergleichbare Anwendungen bereits existierten.
Festgestellt wurden unter anderem:
- über 214 Faltkartonvarianten
- rund 118 Polster- und Einlagenvarianten
- über 160 Beutelvarianten
- hohe Lieferantenvielfalt
- fehlende Standards
- lückenhafte Verpackungsstammdaten
Besonders große Potenziale wurden identifiziert bei:
- Faltkartons
- Polster- und Schaumlösungen
- Verpackungseinheiten
- Einkauf und Mengenbündelung
- Verpackungsstandards
Die Analyse zeigte ein Gesamtpotenzial von rund 494.000 € sowie 183 Tonnen CO₂.
Erkenntnisse für Entscheider
Die Analyse zeigte erneut, dass Verpackungskosten häufig nicht durch einzelne Verpackungen entstehen.
Deutlich größere Effekte entstehen häufig durch die Reduzierung von Komplexität.
Besonders auffällig war, dass zahlreiche Verpackungslösungen historisch gewachsen waren und vergleichbare Anwendungen mit unterschiedlichen Verpackungskonzepten umgesetzt wurden.
Fazit
Die Verpackungsanalyse identifizierte erhebliche Potentiale zur Reduzierung von Verpackungskosten, CO₂-Emissionen und Komplexität.
Die größten Hebel lagen in der Standardisierung von Faltkartons, der Reduzierung von Verpackungsvielfalt, der Eliminierung von Schaumlösungen sowie der Optimierung von Einkaufs- und Verpackungsprozessen.
Realisierte Maßnahmen und Ergebnisse
Im Anschluss an die Analyse wurden mehrere Konzeptmaßnahmen entwickelt und umgesetzt.
Ergebnisse:
- Faltkartonvielfalt um 71 % reduziert
- Einsparung Faltkartons: ca. 100.000 €
- Versandoptimierung: ca. 85.000 €
- Volumennutzungsgrad um ca. 25 % verbessert
- Schaumlösungen weitgehend eliminiert
- Einsparung Schaumlösungen: ca. 120.000 €
- Mengenbündelung und Einkaufsoptimierung: ca. 120.000 €
Die Umsetzung bestätigte die Analyseergebnisse und führte zu erheblichen Kosten- und Nachhaltigkeitsverbesserungen.
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